Freitag, 26. April 2013

We don't feel what others feel and that's the disease


Mit Plauderstimme erzählte sie mir nebenbei, dass sie 45 Kilo wöge.
Mit Mordgedanken sagte ich gleichgültig, dass das ja okay wäre.
Mit Wut im Bauch lässt es sich nicht gut essen.

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Mit sorgenvoller Miene betrachtete er ihre blassen, dürren Handgelenke und verkündet fachmännisch, dass sie wohl unter der schlimmen Krankheit leidet, die das Hirn auffrisst ohne jegliche Nahrungszufuhr zugeführt zu bekommen.
Er schenkt ihr mitleidsvolle Blicke.
Seine eingebaute Kameralinse zoomt meinen Arm heran.
Dort wo der dicke Ast seit letztem Jahr feststeckt und der sich nicht herausziehen lässt.
Seine Stimme ist eine giftige Säure, die sich in meine weiche Gehirnmasse ätzt.
Er spricht das Unangenehme verächtlich aus und lässt die Mitleidskiste fest verschlossen.
Meine Pumpe, die meinen Körper mit Blut versorgt, bleibt für einen Wimpernschlag stehen und trommelt dann stärker als vorher gegen meinen Brustkorb.
Mit belustigter Stimme verneine ich die bösartige Unterstellung.
Es ist mir bewusst, dass sie mir keinen Glauben schenken.

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